Brandschutzübung im Krankenhaus – was passiert im Ernstfall?

Das Kreiskrankenhaus simuliert in einer groß angelegten Übung das Szenario einer Brandentwicklung auf Krankenstation


Es ist Samstag 10.00 Uhr im Kreiskrankenhaus Mechernich. An der Information ertönt plötzlich ein schriller Alarm. Eine Minute vergeht. Zwei Minuten. Besucher und Patienten schauen sich irritiert um. Dann kündigen Sirenen die nahenden Löschzüge der Feuerwehr an. Das erste Einsatzteam eilt zur Zentrale an der Information, prüft den Standort des alarmierenden Druckmelders und berichtet über Funk: Rauchentwicklung auf der Station Barbara.  

Mit diesem realistischen Szenario beginnt am 5. April 2014 eine groß angelegte geplante Brandmeldeübung im Kreiskrankenhaus Mechernich. Der Alarm geht zunächst bei der Leitstelle in Euskirchen ein, die die nächstgelegenen Einsatzkräfte informiert. Für diese Übung treffen innerhalb weniger Minuten zwei Löschzüge mit insgesamt zehn Fahrzeugen der freiwilligen Feuerwehr aus den Ortsteilen Mechernich, Kommern und Strempt ein.  

Jens Schreiber, Leiter der Feuerwehr der Stadt Mechernich und Einsatzleiter dieser Übung, koordiniert seine Mannschaften im und um das Gebäude. Während draußen ein Team bereits die Drehleiter zur betroffenen Station im zweiten Stock ausfährt und mehrere Fahrzeuge verstärkend in Warteposition stehen, folgt ein weiteres Team den sogenannten Laufkarten zum angegebenen Melder auf der Station. Vor der Brandschutztür, deren Schließmechanismus bei Alarm automatisch ausgelöst wird, müssen die Helfer halten, die Lage einschätzen und neue Anweisungen abwarten. Bereichsleitung Lydia Gentz, die den Alarm ausgelöst hat, informiert die Helfer über die Lage auf der Station und wie viele Personen sich dort befinden. „Im Ernstfall müssen unsere Einsatzkräfte Menschen aus der Gefahrenzone retten, aber auch auf Ihre eigene Sicherheit achten und auf alles vorbereitet sein“, erklärt Georg Leyendecker, Pressesprecher der städtischen Feuerwehr Mechernich. Eine komplette Atemschutzausrüstung ist für die freiwilligen Helfer somit Pflicht in dieser Situation.

Der Wasserschlauch wird über den nächstgelegenen Wandhydranten vorbereitet und bis zur Stationstür gelegt. Schließlich wird das OK zur Räumung gegeben und das Team dringt auf die dicht vernebelte Station vor, um die Zimmer nach Patienten zu durchsuchen. „Wir üben in diesem Fall sowohl die vertikale, als auch die horizontale Verlegung von Patienten, um möglichst realistisch vorzugehen“, erläutert Georg Leyendecker. Mitarbeiter des Krankenhauses stellen sich als Statisten zur Verfügung und mimen die Patienten für diese Übung, da die Station Barbara zu dem Zeitpunkt nicht belegt ist. Kein echter Patient soll fälschlicherweise in Panik versetzt werden.  

Nach und nach wird die Station geräumt und die Statisten dem wartenden ärztlichen und pflegerischen Personal außerhalb des Gefahrenbereichs übergeben. Insgesamt zwölf Atemschutzgeräteträger lüften die Räume und durchsuchen sie nochmals akribisch nach Personen. 45 Minuten nach Eingang der Brandmeldung bei der Leitstelle ist die Übung offiziell beendet. Das Organisatoren- und Einsatzteam zieht in der kritischen Nachbesprechung Bilanz: Der Brandherd ist gelöscht, alle fünf Patienten konnten unbeschadet gerettet werden und kein Helfer wurde verletzt. 

Franz Schwanborn, Fachkraft für Arbeitssicherheit, zeigt sich sehr zufrieden: „Nach dieser Übung können wir ein rundum positives Fazit ziehen. Sie zeigt uns wo eventuelle Schwachstellen in der Brandschutzkennzeichnung oder der Geräteausstattung liegen und wie gut die Kommunikation zwischen internem Krankenhauspersonal und externen Helfern im Ernstfall verläuft. Hier gab es keine kritischen Schwachstellen.“ Die Zusammenarbeit mit der freiwilligen Feuerwehr aus dem Raum Mechernich, die 55 Einsatzhelfer für diese Übung abberufen hat, hat gut funktioniert. Dies bestätigen auch die beteiligten Organisatoren der Übung sowie die beisitzenden Beobachter Dr. Gisela Neff, Leitende Notärztin des Kreises Euskirchen, und Udo Crespin, Kreisbrandmeister.  

Wie wichtig eine stetige Analyse der Brandschutzvorkehrungen ist, zeigte der reale Brandfall im Keller des Krankenhauses vor ca. zwei Jahren, bei dem es zu starker Rauchentwicklung kam. „Unser Ziel ist, die Patientensicherheit weiter zu erhöhen. In dieser Hinsicht wollen wir daher auch die Zertifizierung nach DIN ISO erreichen“, erklärt Geschäftsführer Manfred Herrmann die aufwendige Aktion. 

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